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Geschichte

Die Geschichte des Hauses Lungacqua

costruzione_Saoseo_800 Die Casa Lungacqua - früher Longacqua (entlang des Wassers) - wurde im Jahr 1935 zum Preis von 18'000 Franken von der Familie Erminio Dorizzi für einen Viehbestand von 18 Kühen erbaut. Ende der Dreissigerjahre mietete anfänglich der SAC unter dem Präsidenten Charles Golay und Fred Schaad einen Teil des Hauses. Der Vertrag wurde dann bis 1974 immer wieder erneuert.

Der eine Teil wurde 1940 bis 1957 an den Zollkreis III für die Grenzwacht vermietet, die zugleich auch als Hüttenwart verantwortlich war. Die Grenzwacht benötigte damals natürlich auch ein Telefon, also wurde eine Telefonleitung ins Tal gezogen.

In den darauffolgenden Jahren soll es in Lungacqua einen Austauschplatz für Schmuggler aus dem benachbarten Italien gegeben haben.

Im Jahr 1974 kaufte der SAC das Erd- und Dachgeschoss im Stockwerkeigentum und der Bergführer und Leiter der Bergschule Pontresina, Paul Nigg, erwarb die mittleren beiden Geschosse der Casa Lungacqua von Frau Dorizzi-Marisoli, der zweiten Frau des Besitzers Dorizzi.

Der SAC schloss bei dieser Gelegenheit zugleich einen Hüttenwartsvertrag mit dem im Erdgeschoss wohnenden Jules Schaffer ab.

Im Jahr 1976 bekam das Haus eine Wasserleitung. Schaffer wohnte als Eremit das ganze Jahr über in Lungacqua und betrieb auf Zusehen hin eine kleine Verpflegungsstation. In der daneben stehenden Kapelle, die zu Ehren des tödlich verunglückten Pfarrers Menghini gebaut worden war, soll der sehr gläubige Schaffer jeden Tag die Glocke geläutet haben.

Schaffer galt als Original, tierfreundlich, gesprächig, intelligent und freundlich. Er lebte sehr einfach und verfügte auch als alleinstehender Mann über eine eigene Hausordnung. Nach seiner achtjährigen Tätigkeit musste der ehemalige AMAG-Vertreter und Wachtmeister das Haus betagt und geschwächt verlassen. Im Jahr 1987, am Tag des grossen Hochwassers in Poschiavo, wurde er mit über achtzig Jahren zu Grabe getragen.

Paul und Elisabeth Nigg arbeiteten noch einige Jahr mit Schaffer im gleichen Haus und bezeichneten ihn als sehr gesangsfreudigen Menschen, nach dem sich immer wieder viele Touristen erkundigten. Durch Paul Nigg, der zwanzig Jahre zwei Stockwerke im Haus Lungacqua besass, wurde das Val di Campo mit seinen Kletterbergen bekannt gemacht. Er zeigte den vielen Touristen als Ausweichmöglichkeit für Hochtouren die Schönheit des Tales. Mit Bruno Heis, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Ruth, übernahm ein einheimischer Bergführer im Jahr 1980 des SAC-Teil als Hüttenwart und Nachfolger von Schaffer. Im gleichen Jahr erneuerte er in Fronarbeit das Erdgeschoss mit einer neuen Küche und einem Restaurant. In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Hütte zu einem beliebten Ausflugsziel für Fussgänger und Touristen mit bis zu 5000 Übernachtungen im Jahr 1996.